Wofür ein Kapodaster gut ist
Der Kapo spielt die Rolle eines neuen Sattels. Im 2. Bund macht er aus der leeren tiefen E-Saite ein Fis, aus der A-Saite ein H (in den Griffbildern englisch B), und so weiter. Die ganze Gitarre geht mit einem Handgriff zwei Halbtöne nach oben. Vor allem vier Dinge kannst du damit machen.
- In deiner Stimmlage singen. Ein Song ist dir zu tief? Setz den Kapo ein oder zwei Bünde höher und behalt genau dieselben Griffe. Einfacher kannst du einen Song nicht transponieren.
- Barrégriffe umgehen. Eine Akkordfolge in B-Dur mit B, Gm, Es und F verlangt vier Barrégriffe (das deutsche B heißt im Griffbild B♭, Es heißt E♭). Mit Kapo im 3. Bund spielst du sie als G, Em, C und D: vier offene Akkorde.
- Den Klang verändern. Die Leersaiten klingen weiter mit, nur höher. Der Sound wird heller, glockiger. Viel Folk wird so gespielt.
- Zu zweit Gitarre spielen. Spielt eine Gitarre D, G und A ohne Kapo, kann eine zweite dieselben Akkorde mit Kapo im 7. Bund spielen, mit den Formen von G, C und D. Gleiche Harmonie, andere Lage: Die beiden Gitarren ergänzen sich, statt sich in die Quere zu kommen.
Wo du den Kapodaster aufsetzt
- Im Bund, dicht am Bundstäbchen. Setz ihn auf die Seite des Bundstäbchens, die dem Korpus am nächsten ist, so wie du einen Finger setzen würdest. Nicht in die Mitte des Bunds und nicht aufs Bundstäbchen selbst.
- Schön gerade. Der Kapo muss parallel zum Bundstäbchen sitzen. Schief drückt er die äußeren Saiten schlecht, und sie schnarren.
- So fest wie nötig. Zu locker, und eine Saite schnarrt. Zu fest, und er zieht die Saiten nach oben, die Gitarre klingt schief.
- Danach nachstimmen. Selbst gut gesetzt verschiebt ein Kapo die Stimmung oft um ein paar Cent. Prüf jede Saite mit aufgesetztem Kapo (siehe Gitarre stimmen).
- Zähl die Bünde ab dem Sattel. „Kapo 3“ heißt dritter Bund, der mit der ersten Markierung auf den meisten Hälsen.
Ein Akkordblatt mit Kapo lesen: gegriffene Form und klingender Akkord
Hier kommt fast jeder durcheinander. Mit Kapo hat jeder Akkord zwei Namen:
- die gegriffene Form: der Griff deiner Greifhand, als wäre der Kapo der Sattel;
- der klingende Akkord: was wirklich erklingt, um so viele Halbtöne höher, wie der Kapo Bünde hat.
Die meisten Akkordblätter im Netz geben die Formen an. „Kapo 3: G, Em, C, D“ heißt: Greif diese Akkorde hinter dem Kapo. Manche Seiten schreiben beides, zum Beispiel „G (B)“. Die Regel passt in eine Zeile:
klingender Akkord = gegriffene Form + ein Halbton pro Kapo-Bund.
Mit Kapo im 3. Bund geht eine G-Form drei Halbtöne nach oben: G, Gis, A, B. Du hörst also ein B. Moll-Akkorde bleiben Moll, Septakkorde bleiben Septakkorde: Nur der Grundton ändert sich.
Diese doppelten Namen sind wichtig, sobald du mit anderen spielst. Ein Bassist oder eine Pianistin hat keinen Kapo: Nenn ihnen die klingenden Akkorde. Umgekehrt: Bekommst du ein Akkordblatt in B-Dur, ziehst du einfach den Kapo ab und findest leichte Formen.
Umrechnungstabelle für den Kapodaster
Links die Form, die du greifst. In jeder Spalte der Akkord, der je nach Kapo-Bund erklingt.
| Gegriffene Form | Kapo 1 | Kapo 2 | Kapo 3 | Kapo 4 | Kapo 5 | Kapo 6 | Kapo 7 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| C | C♯ | D | E♭ | E | F | F♯ | G |
| D | E♭ | E | F | F♯ | G | A♭ | A |
| E | F | F♯ | G | A♭ | A | B | H |
| G | A♭ | A | B | H | C | C♯ | D |
| A | B | H | C | C♯ | D | E♭ | E |
| Am | Bm | Hm | Cm | C♯m | Dm | E♭m | Em |
| Em | Fm | F♯m | Gm | G♯m | Am | Bm | Hm |
C♯ und D♭ bezeichnen denselben Klang, genau wie G♯ und A♭: Die Tabelle nimmt die gängigere Schreibweise. B und H stehen hier wie auf deutschen Akkordblättern. Im Griffbild heißt H dort B, und das deutsche B heißt B♭: Hm ist also Bm, Bm ist B♭m.
Die Tabelle rückwärts lesen
Die Tabelle funktioniert auch andersherum: Du kennst die echten Akkorde und suchst den passenden Kapo. Nehmen wir einen Song in Es-Dur mit E♭, Cm, A♭ und B. Such E♭ in der Tabelle: Du findest es in der D-Zeile bei Kapo 1 und in der C-Zeile bei Kapo 3.
- Kapo 1: D, Hm, G, A. Nur das Hm ist ein Barrégriff.
- Kapo 3: C, Am, F, G. Nur das F ist anstrengend.
Nimm die Version, die dir besser liegt, oder die, die besser klingt: Kapo 3 klingt heller. Wie du die Tonart eines Songs herausfindest, steht in Tonart eines Liedes bestimmen.
Die häufigsten Fehler
- Den anderen die Formen nennen. Du sagst „G“, der Bassist spielt G, und du klingst in B. Sag immer die klingenden Akkorde an.
- Das Nachstimmen vergessen. Eine Gitarre, die ohne Kapo stimmt, kann mit Kapo schief klingen. Prüf jedes Mal nach.
- Eine Tabulatur falsch lesen. In einer Tab mit Kapo steht die 0 meist für den Kapo-Bund, nicht für den Sattel. Die Zahlen zählen ab dem Kapo.
- Zu weit nach oben gehen. Ab dem 7. Bund werden die Bünde eng und der Klang dünn. Verlangt ein Song Kapo 9, klingt eine andere Griffgruppe mit tieferem Kapo oft besser.
Häufige Fragen
Funktioniert ein Kapodaster auch auf der Ukulele?
Ja, genauso, mit einem Kapo, der zur Halsbreite passt. Die Rechnung mit gegriffenen Formen und klingenden Akkorden ist dieselbe. Wenn du anfängst, schau in Ukulele-Akkorde für Anfänger.
Brauche ich für die Konzertgitarre einen anderen Kapo?
Ja, am besten schon. Das Griffbrett einer Konzertgitarre ist flach, das einer Westerngitarre oder E-Gitarre leicht gewölbt. Ein Kapo für das eine drückt auf dem anderen schlecht.
Woher weiß ich, in welchen Bund er für meine Stimme muss?
Sing die Melodie ohne Gitarre in der Höhe, in der du dich wohlfühlst, und such dann die passende Tonart. Der Melodie-Modus von Fredon nimmt dir das ab: Du singst die Melodie, die App erkennt die Tonart, schlägt eine Akkordfolge vor und empfiehlt einen Kapo-Bund, damit die Griffe einfach bleiben.