Schritt 1: deinen Stimmumfang kennen
Gemeint ist hier deine bequeme Lage: der Bereich der Töne, die du entspannt singst, ohne zu pressen oder zu hauchen. Nicht die Extremtöne, die du einmal beim Einsingen erwischst, sondern die, die du einen ganzen Song lang halten und wiederholen kannst.
Um ihn zu finden, geh von einem mittleren, bequemen Ton aus und sing Ton für Ton auf „a“ nach unten, bis der Klang schwach oder rau wird. Der letzte noch volle Ton ist deine untere Grenze. Dasselbe nach oben: Die obere Grenze ist der letzte Ton, der ohne Enge im Hals herauskommt.
Um zu wissen, welche Töne du singst, spiel sie auf einem Instrument nach oder sing Fredon vor: Die App erkennt live, welchen Ton du singst, summst oder pfeifst, und zeigt ihn an. Schreib dir deine beiden Grenzen irgendwo auf.
Bei den meisten untrainierten Stimmen umfasst dieser Bereich etwa anderthalb Oktaven. Das reicht für die allermeisten Songs, vorausgesetzt, sie stehen in der richtigen Tonart.
Schritt 2: den Abstand messen
Such den höchsten Ton des Songs, oft im Refrain, und den tiefsten, oft am Anfang einer Strophe. Vergleich sie mit deinen Grenzen.
- Der höchste Ton liegt zwei Halbtöne über deiner Grenze? Transponier den Song zwei Halbtöne nach unten.
- Die Strophen sind zu tief, der Refrain passt? Geh einen oder zwei Halbtöne hoch und prüf, ob der Refrain singbar bleibt.
- Oben zu hoch und unten zu tief zugleich? Dann sprengt der Song deinen Stimmumfang: Keine Transposition löst alles. Gib dem Refrain den Vorrang.
Ein Tipp: Ist der Song für eine Frauenstimme geschrieben und du bist ein Mann, oder umgekehrt, versuch es zuerst eine Oktave tiefer oder höher. Die Akkorde bleiben dann genau gleich. Erst wenn die Oktave nicht passt, musst du transponieren.
Schritt 3: die Akkorde verschieben
Transponieren heißt, jeden Akkord um dieselbe Zahl Halbtöne in dieselbe Richtung zu verschieben. Die Akkordart ändert sich nie: Ein Moll-Akkord bleibt Moll, ein Septakkord bleibt ein Septakkord. Nur der Grundton wandert.
Du musst nur die zwölf Töne kennen, jeweils einen Halbton voneinander entfernt:
C – C♯ – D – E♭ – E – F – F♯ – G – A♭ – A – B – H, dann wieder C.
Merk dir: Zwischen E und F und zwischen H und C liegt nur ein Halbton. Das ist der häufigste Fehler: E einen Halbton hoch ergibt F, nicht F♯. Und Vorsicht mit B und H, hier in deutscher Schreibweise: In den Griffbildern steht für H ein B und für das deutsche B ein B♭.
Ein Beispiel
Eine Folge G, Em, C, D ist zwei Halbtöne zu hoch. Jeder Akkord geht zwei Stufen runter: G wird F, Em wird Dm, C wird B, D wird C.
Dieselbe Folge zwei Halbtöne höher: A, F♯m, D, E.
Die Transpositionstabelle
Such den Grundton deines Akkords in der mittleren Spalte und lies dann in der Spalte der gewünschten Verschiebung ab. Den Zusatz des Akkords (m, 7, maj7 …) schreibst du einfach ab.
| −2 | −1 | Originalakkord | +1 | +2 | +3 |
|---|---|---|---|---|---|
| B | H | C | C♯ | D | E♭ |
| H | C | C♯ | D | E♭ | E |
| C | C♯ | D | E♭ | E | F |
| C♯ | D | E♭ | E | F | F♯ |
| D | E♭ | E | F | F♯ | G |
| E♭ | E | F | F♯ | G | A♭ |
| E | F | F♯ | G | A♭ | A |
| F | F♯ | G | A♭ | A | B |
| F♯ | G | A♭ | A | B | H |
| G | A♭ | A | B | H | C |
| A♭ | A | B | H | C | C♯ |
| A | B | H | C | C♯ | D |
C♯ und D♭ sind derselbe Ton, ebenso E♭ und D♯, F♯ und G♭, A♭ und G♯, B und A♯. Steht in deiner Folge D♭, such die Zeile C♯. Bringen dich die englischen Namen durcheinander, findest du im Guide H oder B: deutsche und englische Notennamen alle Entsprechungen.
Ab drei Halbtönen denk andersherum: Sieben Halbtöne hoch ist dasselbe wie fünf Halbtöne runter, bis auf die Oktave. Nimm die Richtung, die zu deiner Stimme passt.
Transponieren mit dem Kapodaster
Auf der Gitarre hat Transponieren schnell einen Haken: Die neue Folge enthält Barrégriffe. Im Beispiel oben sind F und B keine leichten Akkorde. Der Kapodaster löst das.
Jeder Kapo-Bund macht den Song einen Halbton höher, ohne dass du deine Griffe änderst. Willst du einen Song in G-Dur in A-Dur singen, behältst du deine Formen G, Em, C, D und setzt den Kapo in den 2. Bund.
Der Kapo kann nur nach oben. Für nach unten kombinierst du: Du wählst tiefere Formen und gehst mit dem Kapo wieder hoch. Ein Song in E-Dur ist einen Halbton zu hoch? Spiel ihn mit den D-Formen, also zwei Halbtöne tiefer, und Kapo im 1. Bund: Schon bist du in Es-Dur.
| Gewünschte Tonart | Gegriffene Formen | Kapo |
|---|---|---|
| F | E | 1. Bund |
| Es | D | 1. Bund |
| E | D | 2. Bund |
| As | G | 1. Bund |
| A | G | 2. Bund |
| B | A | 1. Bund |
| H | A | 2. Bund |
| Cis | C | 1. Bund |
Der komplette Kapodaster-Guide erklärt alle Kombinationen.
Und wenn du von deiner Stimme ausgehst?
Du kannst das Problem auch umdrehen: zuerst singen, dort, wo es bequem ist, und dann die Akkorde in dieser Tonart suchen. Der Melodie-Modus von Fredon funktioniert genau so: Du singst die Melodie, bis zu sechzig Sekunden, die App schreibt sie mit, erkennt die Tonart, in der du gesungen hast, und schlägt eine Akkordfolge vor, mit einem Kapo-Tipp, wenn er die Griffe vereinfacht. Der Song liegt dann von Anfang an in deiner Höhe.
Um die Originaltonart eines Songs vor dem Transponieren zu bestimmen, lies den Guide Tonart eines Liedes bestimmen.
Häufige Fragen
Verändert Transponieren den Song?
Melodie und Akkorde behalten dieselben Abstände zueinander: Der Song bleibt erkennbar, nur höher oder tiefer. Die Klangfarbe ändert sich etwas, vor allem bei großen Abständen.
Um wie viel transponiert man meistens?
Meist um einen bis drei Halbtöne. Bei mehr prüf erst, ob nicht eine Oktave reicht.