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Barrégriffe lernen, ohne Schmerzen

Ein schnarrender Barrégriff ist selten eine Frage der Kraft. Es ist eine Frage der Haltung: Daumen, Zeigefinger, Ellbogen. Stell diese drei Punkte richtig ein, und das F, das dich seit Wochen ärgert, wird endlich klingen.

Was ein Barrégriff ist und warum er so gefürchtet ist

Beim Barrégriff drückt der Zeigefinger quer über den Hals mehrere Saiten gleichzeitig und ersetzt den Sattel. Die anderen Finger bilden darüber einen offenen Akkord, den du schon kennst. Der Vorteil ist riesig: Eine einzige Form, Bund für Bund verschoben, ergibt zwölf Akkorde.

Die Schwierigkeit ist aber auch echt. Am Anfang klingen ein oder zwei Saiten gedämpft, die Hand ist nach einer Minute müde, und der Wechsel von einem offenen Akkord dauert eine Ewigkeit. Das ist normal.

Die richtige Haltung in vier Punkten

Der Daumen

Leg ihn hinter den Hals, ungefähr in die Mitte, gegenüber dem Zeige- oder Mittelfinger. Er schaut nicht über das Griffbrett. Er stützt, er klemmt nicht: Wird er weiß, drückst du zu fest.

Der Zeigefinger

Setz ihn direkt hinter das Bundstäbchen, nicht in die Mitte des Bunds. Roll ihn ganz leicht auf die Seitenkante, Richtung Daumen: Die knochige Seite drückt besser als die weiche Unterseite, und die Gelenkfalten landen seltener auf einer Saite. Klingt eine Saite schlecht, schieb den Zeigefinger ein paar Millimeter vor oder zurück, bevor du fester drückst.

Ellbogen und Arm

Lass den Ellbogen locker am Körper hängen. Der Druck kommt vor allem aus dem Gewicht des Arms, der die Gitarre leicht zu dir zieht, und nicht aus der Zange zwischen Daumen und Zeigefinger. Probier es aus: Daumen lockern, Arm ein wenig nach hinten ziehen, und der Akkord klingt oft wie von selbst.

Wissen, wo der Zeigefinger wirklich drücken muss

Der Zeigefinger muss nicht überall drücken. Beim F in E-Form decken Ring-, kleiner und Mittelfinger schon drei Saiten ab. Der Zeigefinger muss nur die tiefe E-Saite und die beiden hohen Saiten wirklich halten. Beim h-Moll in A-Form (Hm, im Griffbild Bm) hält er nur die A-Saite und die hohe E-Saite. Konzentrier deine Kraft genau dort.

Die zwei Formen, die du kennen musst

Die E-Form: Grundton auf der 6. Saite

Nimm den offenen E-Dur-Akkord, greif ihn mit Mittel-, Ring- und kleinem Finger, rutsch damit einen Bund höher und leg den Zeigefinger quer: Du hast F. Der Ton, den der Zeigefinger auf der tiefen Saite greift, gibt dem Akkord seinen Namen. Im 3. Bund ist es G, im 5. Bund A. Nimm den Mittelfinger weg, und du bist in Moll: Fm, Gm.

Die E-Form: F und Fm im 1. Bund, G und Gm im 3. Bund.

Die A-Form: Grundton auf der 5. Saite

Dasselbe Prinzip, ausgehend von A und Am. Der Zeigefinger liegt von der 5. bis zur 1. Saite, die tiefe E-Saite wird nicht gespielt. Das Hm im 2. Bund ist der häufigste Barrégriff der ganzen Begleitgitarre: Er taucht auf, sobald ein Song in D-Dur oder G-Dur steht.

Die A-Form: B und Hm (im Griffbild B♭ und Bm), dann C und Cm im 3. Bund.

Jeden Akkord finden

Bund123578
E-Form (6. Saite)FF♯GAHC
A-Form (5. Saite)BHCDEF

Sind dir die Diagramme noch nicht ganz klar, erklärt der Guide Akkorddiagramme lesen, wie du den Startbund erkennst.

Übungen, Schritt für Schritt

  1. Der kleine Barré. Leg den Zeigefinger im 1. Bund über die beiden hohen Saiten, dazu den Mittelfinger im 2. Bund auf die G-Saite und den Ringfinger im 3. Bund auf die D-Saite. Das ist ein F auf vier Saiten. Spiel es, bis jeder Ton klingt.
  2. Nur der Barré. Leg den Zeigefinger im 5. Bund über alle sechs Saiten, ohne weitere Finger, und spiel die Saiten einzeln. Merk dir, welche schnarren, korrigier den Zeigefinger, fang von vorn an. Eine Minute, nicht mehr, dann locker lassen.
  3. Weiter oben anfangen. Spiel die E-Form im 5. Bund (A) und geh dann Bund für Bund bis in den 1. Bund herunter. Weit weg vom Sattel geben die Saiten leichter nach, und die Hand findet eine natürlichere Haltung.
  4. Greifen, lösen. Akkord greifen, einmal anschlagen, die Hand ganz lockern, ohne die Saiten zu verlassen, wieder greifen. Zehnmal. So lernt die Hand, die Form am Stück zu finden und nicht zu verkrampfen.
  5. Die Wechsel. C → F, Am → Hm, G → Hm → C. Vier Schläge pro Akkord, ganz langsam, dann zwei.

Um zu hören, welche Saite das Problem ist, braucht es ein geübtes Ohr. Fredon kann dir helfen: Wenn du einen Akkord übst, hört die App zu, was du anschlägst, sagt dir, ob er stimmt, und wenn nicht, welcher Ton fehlt und auf welchen Saiten.

Häufige Fehler

  • Mit aller Kraft drücken. Ein Barré braucht nicht mehr Kraft als nötig, damit die Saiten klingen. Alles darüber bringt nichts und tut nur weh.
  • Der Zeigefinger zu weit vom Bundstäbchen. In der Mitte des Bunds musst du doppelt so fest drücken für dasselbe Ergebnis.
  • Ein abgeknicktes Handgelenk. Ein stark gebeugtes Handgelenk ermüdet schnell. Halt die Gitarre etwas tiefer oder etwas steiler.
  • Eine schlecht eingestellte Gitarre. Liegen die Saiten zu hoch über dem Griffbrett, wird jeder Barré mühsam, vor allem im 1. Bund. Ein Gitarrenbauer richtet das ohne großen Aufwand, und dünnere Saiten helfen auch.
  • Zu lange üben. Fünf Minuten am Tag bringen mehr als eine Stunde am Sonntag. Tut die Hand weh, hör auf.

Alternativen ohne Barré

Bis dahin kannst du die meisten Songs ohne vollen Barré spielen. Für F das kleine F auf vier Saiten oder Fmaj7, bei dem der Zeigefinger nur die H-Saite drückt und die hohe E-Saite leer mitklingt. Für Hm eine Version auf den vier hohen Saiten oder Hm7, luftiger, aber oft willkommen.

Kleines F, Fmaj7, Hm auf vier Saiten und Hm7 (im Griffbild Bm und Bm7).

Der Kapodaster ist die andere große Lösung: Er transponiert den Song, damit du offene Formen behältst. Einen Song in F spielst du mit den E-Formen und Kapo im 1. Bund. Alles dazu steht im Kapodaster-Guide. Und in der Akkordbibliothek von Fredon zeigt jeder Akkord alle seine Griffe, vom einfachsten bis zum schwersten: So findest du eine Version ohne Barré, wenn es eine gibt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ein Barrégriff klappt?

Rechne mit ein paar Wochen regelmäßigem Üben für ein F, das klingt, und noch etwas länger, bis du es im Rhythmus wechseln kannst.

Soll ich mit F oder mit Hm anfangen?

Hm im 2. Bund ist oft zugänglicher, weil der Zeigefinger nur fünf Saiten abdeckt und nur zwei davon wirklich halten muss. Aber üb beide: Sie kommen ständig vor. Bist du noch ganz am Anfang, gibt dir der Guide Gitarrenakkorde für Anfänger die Grundlagen, bevor du loslegst.

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