Der Hals von vorn
Stell dir deine Gitarre aufrecht vor dir vor, die Kopfplatte oben. Genau das zeigt das Diagramm.
- Die sechs senkrechten Linien sind die Saiten. Links die 6. Saite, tiefes E. Rechts die 1. Saite, hohes E. Dazwischen der Reihe nach A, D, G und H (in den Diagrammen dieser Seite englisch B).
- Die waagerechten Linien sind die Bundstäbchen. Der Raum zwischen zwei Bundstäbchen ist ein Bund.
- Der dicke Strich ganz oben ist der Sattel, das Teil zwischen Kopfplatte und Hals. Ist er eingezeichnet, beginnt das Diagramm im 1. Bund.
Der Merksatz, der die Hälfte aller Fehler verhindert: Die Saite ganz links im Bild ist die dickste, die oben liegt, wenn du die Gitarre hältst.
Die Punkte: wo du drückst
Jeder Punkt steht für eine Saite, die in einem bestimmten Bund gedrückt wird. Ein Punkt im 2. Bund der 5. Saite heißt: Drück die 5. Saite zwischen dem 1. und 2. Bundstäbchen. In der Praxis setzt du den Finger direkt hinter das untere Bundstäbchen dieses Bunds, auf der Seite zum Korpus hin. Die Saite klingt sauber, mit weniger Kraft.
Die Fingernummern
In vielen Diagrammen steht eine Zahl im Punkt oder direkt darunter. Sie bezeichnet den Finger der Greifhand:
- 1: Zeigefinger
- 2: Mittelfinger
- 3: Ringfinger
- 4: kleiner Finger
- T oder D (manchmal): Daumen, über den Hals gelegt für die 6. Saite
Diese Nummern sind ein Vorschlag, kein Gesetz. Sie zeigen den üblichsten Fingersatz, der die Wechsel meistens erleichtert. Verwechsle die Fingernummer nicht mit der Bundnummer: Eine „3“ in einem Punkt im 2. Bund heißt Ringfinger, 2. Bund.
Die x und o über dem Diagramm
Über dem Sattel kann jede Saite ein Zeichen tragen:
- o: Die Saite wird leer gespielt, ohne Finger.
- x: Die Saite wird nicht gespielt. Lass sie beim Anschlagen aus oder dämpf sie, indem du sie mit einem Finger leicht berührst.
- Nichts: Auf dieser Saite liegt ein Finger, der Ton kommt vom Punkt.
Beispiel: der C-Dur-Akkord
Lesen wir C Saite für Saite, von links nach rechts:
- 6. Saite: x, wird nicht gespielt.
- 5. Saite: Punkt im 3. Bund, Finger 3. Ringfinger. Der Ton ist ein C.
- 4. Saite: Punkt im 2. Bund, Finger 2. Mittelfinger. Der Ton ist ein E.
- 3. Saite: o, leeres G.
- 2. Saite: Punkt im 1. Bund, Finger 1. Zeigefinger. Der Ton ist ein C.
- 1. Saite: o, leeres E.
Heraus kommen C, E, G, C, E: die drei Töne des C-Dur-Akkords, manche doppelt.
Die Version in Zahlen
Oft schreibt man einen Akkord in eine Zeile, eine Position pro Saite, von der tiefsten zur höchsten. C wird zu x32010: 6. Saite stumm, 3. Bund, 2. Bund, leer, 1. Bund, leer. Eine 0 heißt „leer“, ein x „nicht spielen“. G schreibt man 320003, D xx0232. Praktisch, um eine Akkordfolge ins Notizbuch oder in eine Nachricht zu schreiben.
Der Barrégriff
Muss der Zeigefinger mehrere Saiten im selben Bund gleichzeitig drücken, zeigt das Diagramm einen Balken oder Bogen, der die Punkte verbindet. Das ist ein Barrégriff.
Nehmen wir F, den ersten Barrégriff, dem die meisten Gitarristen begegnen: 133211.
- Der Zeigefinger liegt im 1. Bund quer über alle sechs Saiten.
- Der Mittelfinger nimmt die 3. Saite, 2. Bund.
- Der Ringfinger nimmt die 5. Saite, 3. Bund.
- Der kleine Finger nimmt die 4. Saite, 3. Bund.
Nur die 6., 2. und 1. Saite hält der Zeigefinger allein; auf den anderen liefern die weiter vorn liegenden Finger den Ton. Ein Barré kann auch nur einen Teil der Saiten abdecken, wie bei h-Moll (Hm, im Diagramm Bm), x24432, wo der Zeigefinger im 2. Bund von der 5. bis zur 1. Saite liegt.
Technik und die wichtigsten Formen findest du im Guide Barrégriffe lernen.
Der Startbund
Ein Diagramm zeigt nur vier oder fünf Bünde. Wird ein Akkord weiter oben am Hals gespielt, fehlt der Sattel: Eine Zahl neben dem ersten Bund zeigt, wo du bist, zum Beispiel „5“ oder „5fr“. Das ganze Bild ist dann um so viel verschoben.
Beispiel: A als Barrégriff im 5. Bund, 577655. Der Zeigefinger liegt quer im 5. Bund, Ring- und kleiner Finger nehmen den 7. Bund auf der 5. und 4. Saite, der Mittelfinger den 6. Bund auf der 3. Im Diagramm erscheint dieser Barré in der ersten Bundreihe, mit der 5 daneben. Übersiehst du die Zahl, spielst du die F-Form im 1. Bund, also einen ganz anderen Akkord.
Fallen, die du vermeiden solltest
- Das Diagramm verkehrt herum lesen. Manche Bücher zeichnen den Hals waagerecht, wie eine Tabulatur, mit der hohen Saite oben. Schau immer, wo der Sattel ist und welche Saite als tiefes E markiert ist.
- Die x übersehen. Eine Saite mit x anzuschlagen fügt einen Ton hinzu, der nicht dahin gehört, oft einen Bass, der alles verwischt.
- Den Startbund ignorieren. Der häufigste Fehler bei Akkorden weit oben am Hals.
- Als Linkshänder ein Rechtshänder-Diagramm lesen. Auf einer Linkshändergitarre muss das Bild gespiegelt werden, tiefes E rechts. Fredon hat dafür übrigens Griffbilder für Linkshänder.
Und bei anderen Instrumenten?
Das Prinzip bleibt gleich, nur die Zahl der Saiten ändert sich. Ein Ukulele-Diagramm hat vier senkrechte Linien: G, C, E, A von links nach rechts. Das C auf der Ukulele braucht zum Beispiel nur einen Finger, 3. Bund auf der A-Saite. Mandoline, Banjo und Bass funktionieren genauso. Weiter geht es mit Ukulele-Akkorden für Anfänger.
Zum Üben zeigt dir die Akkordbibliothek von Fredon alle Griffe eines Akkords, vom einfachsten bis zum schwersten, auf dem Instrument und in der Stimmung deiner Wahl, mit Notennamen in Do re mi oder C D E. Und um das Lesen gleich anzuwenden, fang mit den 8 Gitarrenakkorden für Anfänger an.